Kategorie Kinder und Jugendliche

Austausch und Reflexion im Umgang mit KI

Von: red

Der „Mediencoach“ will Eltern bei der Medienerziehung unterstützen

Ob einfache Rezeptideen, kreative Freizeitangebote oder Tipps zur Erziehung: Künstliche Intelligenz (KI) ist längst Teil des Familienalltags. 

Im Familienalltag nutzen Mama, Papa und Kinder digitale Anwendungen.
Alle müssen mitmachen, damit die Nutzung digialer Medien nicht aus dem Ruder läuft. © stock.adobe.com/Studio Romantic

Doch der Einsatz von KI birgt auch Risiken, besonders bei sensiblen Themen wie der Erziehung. Anlässlich des Safer Internet Day haben „Sucht.Hamburg“ und die Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg auf die Grenzen der Künstlichen Intelligenz (KI) in der Medienerziehung hingewiesen. 

„In unseren Beratungsgesprächen hören wir immer häufiger, dass sich Eltern an KI-Dienste wie ChatGPT wenden, um sich im Familienalltag zu entlasten“, sagt Christiane Lieb, Geschäftsführerin von „Sucht.Hamburg“. Leider seien die Antworten von ChatGPT und Co. nicht frei von Fehlern, vielmehr könne es dazu kommen, dass die KI „halluziniert“. Dass sei insbesondere bei sensiblen Themen wie der Medienerziehung problematisch, weshalb Eltern die Quellen der KI unbedingt überprüfen sollten.

Beim sogenannten „Halluzinieren“ berechnet die KI die Antworten jeweils neu und formuliert sie so, dass sie möglichst gut zu den Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer passen. Ob sie fachlich korrekt sind, ist dabei nicht entscheidend. Enthalten die zugrunde liegenden Daten Fehlinformationen, werden diese weiterverbreitet. Weiterhin bleibt die KI in den Antworten meist allgemein und schafft es nicht zu differenzieren. 

„Die pauschalen Empfehlungen der KI zu Bildschirmzeiten oder Medienregeln greifen zu kurz“, betont Christiane Lieb. Jedes Kind und jede Familie brächten unterschiedliche Voraussetzungen, Bedürfnisse und Herausforderungen mit. „Eltern stehen daher vor der Herausforderung, KI bewusst als unterstützendes Werkzeug zu nutzen, ohne Verantwortung oder komplexe Entscheidungen an sie auszulagern.“

Um die KI im Familienalltag sicher nutzen zu können, helfe der Austausch zwischen den Familienmitgliedern. Hier setze das von der TK geförderte Projekt „Mediencoach“ an. „Damit Eltern gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zur Nutzung von KI und zum gesunden Umgang mit digitalen Medien ins Gespräch kommen, braucht es Hilfestellungen wie den Mediencoach“, sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. Der Mediencoach von „Sucht.Hamburg“ unterstütze Eltern dabei, Medienerziehung dialogorientiert, alltagsnah und gesundheitsfördernd zu gestalten. Mit praxisnahen Informationen, niedrigschwelligen Angeboten und fachlicher Begleitung stärke das Projekt die Handlungssicherheit von Familien und fördere einen bewussten Umgang mit digitalen Medien. „Uns ist klar: Nicht weniger Technik ist die Lösung, sondern mehr Austausch, mehr Reflexion und mehr gemeinsame Verantwortung im Umgang mit digitalen Medien“, so Puttfarcken.