Notaufnahme oft erste Anlaufstelle
Viele wenden sich bei plötzlich auftretenden gesundheitlichen Beschwerden außerhalb der Praxisöffnungszeiten direkt an die Notaufnahme oder den Rettungsdienst. Auch in Hamburg ist das so. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage, die im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) in der Hansestadt durchgeführt wurde.

Demnach hatten 35 Prozent der Befragten innerhalb der letzten drei Jahre plötzliche Gesundheitsprobleme außerhalb der üblichen Praxisöffnungszeiten. Von diesen ging der Großteil (40 Prozent) direkt in die Notaufnahme, jede oder jeder Sechste (15 Prozent) rief den Krankenwagen. Insgesamt deutlich seltener wurden ambulante Angebote genutzt. Nur 24 Prozent kontaktierten den ärztlichen Bereitschaftsdienst, sieben Prozent suchten eine kassenärztliche Bereitschaftspraxis auf. 14 Prozent warteten, bis ihre Arztpraxis wieder geöffnet hatte.
„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen bei akuten Gesundheitsproblemen unsicher sind, wo sie die richtige Hilfe bekommen“, sagt Maren Puttfarcken, Leiterin der TK-Landesvertretung Hamburg. „Statt sie mit dieser Entscheidung allein zu lassen, brauchen wir ein System, das sie unterstützt und in Notfällen zielgerichtet in die geeigneten Hilfsangebote lenkt.“
Zuletzt hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zur Reform der Notfallversorgung beschlossen. Vorgesehen ist der Aufbau Integrierter Notfallzentren (INZ). Hamburgs TK-Chefin begrüßt das, fordert aber mehr. „Wichtig ist aus unserer Sicht, dass eine standardisierte, digitale Ersteinschätzung verbindlich eingebunden wird, damit Patienten nicht länger allein entscheiden müssen, wohin sie sich im Notfall wenden.“ Gleichzeitig müssten die neuen Strukturen sinnvoll in bestehende Angebote integriert werden. Die INZ-Standorte müssten auch bedarfsgerecht über ganz Hamburg verteilt sein.