Kategorie Infostand Schwerbehinderung

Der VdK Hamburg auf der IRMA 2026

Von: red

Mix aus lokal und national – Neben regionalen Firmen und Vereinen waren auch große Player vertreten

Ausprobiert werden konnten auch elektrische Rollatoren.
Unter neuer Leitung: Die IRMA Hamburg 2026 bot auch als Messe Karlsruhe ein breites Angebot an Hilfsmitteln. © Messe Karlsruhe/Ram Paudel

In diesem Jahr fand auch in Hamburg die IRMA erstmals unter neuer Leitung statt. Im vergangenen Jahr hatte die Messe Karlsruhe bereits die IRMA in Bremen ausgerichtet. Der Wechsel tat der Beliebtheit auch in Hamburg keinen Abbruch. Laut Veranstalter vergaben 99 Prozent der Besucherinnen und Besucher Bestnoten für ihren Messebesuch und würden die Veranstaltung weiterempfehlen.

Trotz Hitzewelle kamen insgesamt rund 6500 Menschen aus der Metropolregion Hamburg und den angrenzenden Bundesländern zur Messe. Besonders positiv bewerteten sie die hohe Beratungs- und Ausstellungsqualität (rund 98 Prozent) sowie die große Angebotsvielfalt (rund 95 Prozent). Auf die Frage, ob sie 2028 wiederkommen werden, antworteten 94 Prozent mit „Ja“.  Mehr als 60 Prozent würden keine andere themenverwandte Messe mehr besuchen – für den Veranstalter ein Beleg, dass die IRMA eine hohe Marktbedeutung im norddeutschen Raum hat.

Viel los

Wie berichtet, war die 8000 Quadratmeterfläche bereits im Vorfeld ausgebucht. 168 Aussteller aus neun Ländern zeigten ihre Produkte und Dienstleistungen aus den Bereichen Reha und Orthopädietechnik, Mobilitäts- und Alltagshilfen, Pflege und Therapie, barrierefreies Bauen und Wohnen, Fahrzeugumrüstung sowie Freizeit- und Reiseangebote. Zahlreiche Selbsthilfevereine und Institutionen waren vor Ort, um ihre Leistungen vorzustellen – darunter auch der VdK Hamburg. Erstmals wurde das Hallenangebot durch ein zusätzliches Außengelände mit vielfältigen Testmöglichkeiten ergänzt.

Mit den Worten „Ein Rollstuhl bedeutet Mobilität. Eine Rampe bedeutet Zugang“ eröffnete Schirmherrin Ulrike Kloiber die Messe. Die IRMA Hamburg mache für sie sichtbar, dass Hilfsmittel keine Extras seien, sondern die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. „Teilhabe ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht“, betonte Kloiber, die Senatskoordinatorin für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen in der Hansestadt ist.

Messe für den Norden

Rund 90 Prozent der Besuchenden reisten aus Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein an. Etwa die Hälfte waren Fachbesuchende, insbesondere aus der Ergo- und Physiotherapie und aus Pflegeberufen. Hauptbeweggründe waren das Kennenlernen von Neuheiten, das Testen von Hilfsmitteln sowie der Erhalt von konkreten Informationen zu Produkten und Dienstleistungen. Eine Physiotherapeutin mit eigener Praxis kam zur IRMA, um sich für ihre Patienten gezielt zu informieren. „Für einen Parkinson-Patienten habe ich bereits ein Trainingsgerät ausprobiert und mir außerdem die neuen Kinder-Orthesen angesehen“, sagte sie. „Das Messeangebot ist optimal für mich, deswegen komme ich immer wieder.“ 

Angebote zum Vergleich

Privatbesuchende nutzten die Messe intensiv, um Hilfsmittel zu vergleichen und sich individuell dazu beraten zu lassen: Von Rollstühlen, Rollatoren, Handbikes und Scootern über Prothesen und Orthesen bis hin Kommunikationshilfen und barrierefreien Wohn- und Freizeitmöglichkeiten bot die IRMA einen kompakten Marktüberblick, zeigte Herstellerinnovationen und spezialisierte Versorgungsangebote regionaler Fachhändler. 

Claudia Helle von der Inklusionsagentur Norderstedt beschreibt ihre Eindrücke so: „Das Besondere an der Messe ist die Vielzahl an Ausstellern und die Möglichkeit zu hören, was deutschlandweit möglich ist. Es ist ein Geschenk, an einem Tag, in ein paar Stunden ganz viele Eindrücke zu gewinnen – von beeindruckenden technischen Innovationen bis hin zu kleinen, aber alltagsrelevanten Lösungen.“ 

Ausprobieren vor Ort

Das direkte Ausprobieren der Hilfsmittel wurde besonders positiv angenommen. „Ich besuche meinen Zuggeräte-Anbieter, der heute hier ausstellt und ich möchte mich ein bisschen informieren und inspirieren lassen, welche neuen Mobilitätshilfen es auf dem Markt gibt und sie direkt ausprobieren. Denn nur mit der eigenen Muskelkraft von A nach B zu kommen, ist inzwischen schwer für mich und mit 29 Jahren will man mobil bleiben, so gut wie möglich.“, erklärte eine Besucherin. 

Ausstellende lobten die hohe Qualität der Gespräche und das konkrete Interesse der Besuchenden. „Die IRMA ist für uns eine wichtige Messe, um unsere Produkte zu zeigen, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und unser Knowhow zu präsentieren“, fasste Henning Schöneich, Geschäftsführer des Sanitätshauses Rosenau, zusammen. Er hätte Therapeuten getroffen, die zahlreiche konkrete Fachfragen zu einzelnen Hilfsmitteln gestellt haben. „Zudem hatten wir viele Endanwender mit spezifischen Fragen zu Hilfsmitteln vor Ort.“ 

Neben dem Fachpublikum wie Therapeuten, Kinderzentren, Fachschulen und Krankenkassen war für die herstellenden Unternehmen noch mehr wertvoll. „Für uns ist das im Norden die Messe, auf der wir Kontakt zu unseren Kunden, den Sanitätshäusern, aber auch zum Endkunden bekommen“, erläuterte Dennis Decker, National Sales Coordinator, von Permobil. „Die IRMA Hamburg ist für mich der Treffpunkt für die Reha-Technik im Norden.“ 

Vor allem die Regionalität des Formats wurde bei den Ausstellenden als große Stärke bewertet. „Wir sind schon seit drei Jahren auf der IRMA und sie bringt uns hier im Norden sehr viel Zulauf“, betonte Sebastian Dautwiz, Regional Manager Nord/Ost von TobiiDynavox, „sowohl von Bestandskunden als auch von neuen Interessenten.“ Im Außendienst Nord sei es für ihn und seine Kollegen die wichtigste und größte Messe überhaupt. „Hier sind viele lokale Firmen und auch die großen Player, die bundesweit agieren. Und das ist ein sehr schöner Mix.“

Großer Zuspruch

Auch für Vereine wie den VdK Hamburg war die IRMA in diesem Jahr ein Gewinn. „Wir hatten einen großen Zuspruch an unserem Stand“, berichtet Landesgeschäftsführer Stefan Svoboda. „Wir sind mit vielen Menschen mit Behinderung, ihren Angehörigen und vielen Netzwerkpartner ins Gespräch gekommen.“ Das habe gezeigt, wie wichtig unabhängige Beratung, der sozialpolitische Austausch und die Stärkung von Teilhabe und Inklusion sind. „Für den VdK Hamburg ist die IRMA ein wichtiger Baustein, um unsere Arbeit sichtbar zu machen, neue Mitglieder und Interessierte zu erreichen sowie bestehende Netzwerke zu pflegen und auszubauen.“

Über die gute Resonanz freut sich  auch Annika Gehrmeyer. Sie ist Projektleiterin der IRMA bei der Messe Karlsruhe. „Das positive Feedback zu unserer ersten IRMA in Hamburg freut uns sehr“, sagt sie. „Besonders schön ist für mich, dass unsere persönliche Note und die individuelle Betreuung von Ausstellenden und Besuchenden gleichermaßen geschätzt wurden.“ Mit viel Vorfreude blicke sie auf die nächsten Termine. Die REHAB Karlsruhe mit Therapeutenkongress findet im Mai 2027 statt, die IRMA Bremen im Juni 2027 und die IRMA Hamburg im Juni 2028.