Kategorie VdK-Zeitung Gesundheit

Amalgam in Hamburg kaum Thema

Von: red

Barmer rät Versicherten in der Praxis nachzufragen

In Hamburg erhält bislang noch eine von 48 Personen mit Schäden im Seitenzahnbereich eine Amalgamfüllung.

Der Zahnarzt oder die Zahnärztin kontrolliert sorgfältig Zähne und Zahnfleisch.
Seit 1. Januar ist Amalgam als zahnmedizinisches Füllmaterial verboten und das nicht zum Schutz der Patienten, sondern zum Schutz der Umwelt. © stock.adobe.com/sivivolk

In Mecklenburg-Vorpommern ist es hingegen jede neunte Person, während sich in Baden-Württemberg nur jeder 81ste für diese Versorgung entscheidet. Diese Zahlen stammen aus einer aktuellen Auswertung des Barmer-Zahnreports, die im Hinblick auf das grundsätzliche Amalgamverbot der Europäischen Union ab Januar 2025 erstellt wurde.

Die großen regionalen Unterschiede zeigen sich vor allem zwischen den ost- und den westdeutschen Bundesländern. Dabei fallen im Westen noch Hessen, Baden-Württemberg und Bayern mit besonders niedrigen Quoten der Amalgamversorgung ins Auge. 

„Im Interesse der Versicherten sind vor allem qualitativ hochwertige, zuzahlungsfreie Alternativen für Amalgam als Füllungswerkstoff wichtig“, sagt Dr. Susanne Klein, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Hamburg. Sie verweist auf eine kürzlich erarbeitete Regelung von Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung und GKVkurz fürGesetzliche Krankenversicherung-Spitzenverband, die als Grundlage dafür dient. Gleichzeitig fordert Klein, dass der gesetzliche Anspruch auf eine zuzahlungsfreie Versorgung ohne Amalgam auch in den Zahnarztpraxen klar und unmissverständlich kommuniziert werden müsse. 

Die Barmer rät ihren Versicherten, sofern das Thema nicht bereits durch die Praxis an sie herangetragen wurde, die Zahnärztin oder den Zahnarzt aktiv nach zuzahlungsfreien Behandlungsmöglichkeiten und nach konkreten Vor- und Nachteilen gegenüber den mehrkostenpflichtigen Alternativbehandlungen zu fragen.

Die Daten der Barmer zeigen übrigens auch, dass im Jahr 2023 noch bei etwa 13 Prozent der Hamburger Zahnarztpraxen Abrechnungen von Amalgamfüllungen feststellbar waren. Der bundesweite Anteil an zahnmedizinischen Praxen mit derartigen Abrechnungen lag im Vergleich dazu bei knapp 20 Prozent. Das bedeutet, dass bundesweit fast 80 Prozent der Praxen nur noch alternative Füllungsmethoden anbieten. Die Anteile an Praxen, die aktuell noch Amalgam verwenden, variieren stark und reichen von acht Prozent in Baden-Württemberg bis zu 48 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.