HVV-Deutschlandticket wird für Senioren billiger
Hamburg entlastet ältere Menschen mit jährlich 168 Euro – Das gilt ab Mai auch für Kunden, die das Ticket schon nutzen

Das HVV-Deutschlandticket ist laut Hamburger Verkehrsverbund ein riesengroßer Erfolg. Die Zahl der Abonnentinnen und Abonnenten sei seit 2019 um 63 Prozent gestiegen. Damit nutze mehr als jeder Zweite, der in Hamburg wohnt, das Deutschlandticket. Damit läge Hamburg bundesweit an der Spitze.
Die Zahlen seien umso bemerkenswerter, so der HVV, als die Corona-Pandemie zwischenzeitlich für deutliche Fahrgastrückgänge gesorgt hätte und viele Menschen nach wie vor regelmäßig im Homeoffice arbeiten würden. Gleichzeitig würden 20 Prozent der Fahrten mit dem HVV-Deutschlandticket vom Pkwkurz fürPersonenkraftwagen auf den ÖPNV verlagert. Dies sei ein wichtiger Beitrag für die Mobilitätswende und damit auch für den Klimaschutz.
Nach HVV-Angaben profitieren viele Menschen bereits jetzt von günstigen Angeboten. So besitzen mehr als 200.000 Schülerinnen und Schüler in Hamburg das kostenlose HVV-Deutschlandticket. Auch Auszubildende, Studierende und mehr als 330.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhielten ihr HVV-Deutschlandticket zu Sonderkonditionen. Außerdem gewähre die Stadt Hamburg den Sozialrabatt für Menschen im Leistungsbezug. Auch im Umland würden günstige Fahrkarten für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende angeboten.
49 Euro im Monat
Ab dem 1. Mai 2026 kommen auch Hamburgs Seniorinnen und Senioren nun in den Genuss von Vergünstigungen. Das neue HVV-Deutschlandticket für Senioren in Hamburg kostet dann für alle Menschen ab 67 Jahren nur noch 49 Euro (statt regulär 63 Euro). Im Umkehrschluss bedeutet das: Damit bleiben jeder Seniorin und jedem Senior jährlich 168 Euro mehr im Portemonnaie. Alle Hamburger Seniorinnen und Senioren, die bereits ein HVV-Deutschlandticket haben, darauf weist die HVV hin, werden vor dem 1. Mai persönlich angeschrieben und über das neue Angebot informiert.
„Wir schreiben die Erfolgsgeschichte des HVV-Deutschlandtickets weiter“, freut sich Anna-Theresa Korbutt, Geschäftsführerin beim HVV. Denn mit dem zukünftigen Angebot für Senioren biete der HVV allen Fahrgästen für den gesamten Lebenszyklus einfache und günstige Angebote. Auch Dr. Anjes Tjarks, Verkehrssenator, ist vom Angebot überzeugt: „Das Deutschlandticket macht mobil in allen Lebenslagen. Wir bieten in Hamburg das kostenlose Schülerticket an, ein Sozialticket, es gibt Vergünstigungen für Studenten und Auszubildende. Und nun wird es auch bald für Hamburgs Seniorinnen und Senioren ein rabattiertes Ticket geben.“ Das Deutschlandticket sei nicht nur ein Turbo für die Verkehrswende, sondern auch ein soziales Instrument, um günstige Mobilität für alle zu ermöglichen.
Mehr Teilhabe
„Bezahlbare Mobilität ist in vielen Fällen Voraussetzung für aktive Teilhabe“, meint Finanzsenator Dr. Andreas Dressel. Die Maßnahme reihe sich ein in ein ganzes Bündel von Ticketoptionen rund ums Deutschlandticket. Die Produktfamilie sei somit komplett. „Mit dem Schüler-, Azubi- und Semesterticket machen wir die nächste Generation mobil, mit dem bundesweit sehr günstigen Sozialticket ermöglichen wir vielen Leistungsbeziehern die Teilhabe. Und mit dem geplanten Zuschuss zum Deutschlandticket für alle städtischen Beschäftigten ab 1. April 2026 ziehen wir mit vielen privaten und öffentlichen Arbeitgebern gleich.“
Das alles lasse sich die Stadt etwas kosten, so der Finanzsenator. Zur Finanzierung des Deutschlandtickets stelle Hamburg 130 Millionen Euro bereit. Die Ticketsubventionen addierten sich zukünftig auf rund 200 Millionen Euro pro Jahr, inklusive der sechs Millionen Euro für das Seniorenticket 2026. Wenn Senioren billiger fahren, koste das die Stadt ein ganzes Jahr lang gut neun Millionen Euro.