Kategorie Gesundheitsvorsorge

Nur ein Viertel nutzt die Früherkennung

Von: red

AOK-Auswertung zeigt dennoch positiven Trend bei Männern

Männer ab 45 Jahren nehmen häufiger an Untersuchungen zur Krebs-Früherkennung teil als in den Vorjahren.

Nach einer Untersuchung in der Klinik spricht der Arzt mit seinem Patienten.
Nur wenn Krebs frühzeitig entdeckt wird, sind die Heilungschancen gut. © stock.adobe.com/Studio Romantic

Auswertungen der AOK Rheinland/Hamburg zeigen, dass zuletzt 22,5 Prozent das Angebot genutzt haben. Damit wurde der höchste Wert im Fünf-Jahres-Vergleich erreicht und auch das Vor-Corona-Niveau von 2019 (20,8 Prozent) leicht übertroffen. Dennoch bleibt die Beteiligung insgesamt niedrig. 

Nach wie vor nutzen rund drei von vier Männern die Angebote nicht. Deshalb ruft die AOK dazu auf, die Chancen der Krebs-Früherkennung stärker zu nutzen. „Dank moderner Medizin sind viele Krebserkrankungen heute gut behandelbar“ sagt Sabine Deutscher, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, „vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt.“ Denn jede Vorsorgeuntersuchung erhöhe diese Chance deutlich.

Tabu-Thema

Zwischen 2020 und 2024 ist die Teilnahmequote an der Krebs-Früherkennungsuntersuchung für Männer, also an der regelmäßigen Untersuchung der Prostata und der äußeren Geschlechtsorgane, kontinuierlich gestiegen, aber auf einem niedrigen Niveau geblieben. Während 2019 noch 20,8 Prozent der über 45-jährigen Versicherten das Angebot nutzten, sank die Quote 2020 auf 19,4 Prozent. In den Folgejahren stieg sie schrittweise und erreichte 2024 schließlich 22,5 Prozent. Diese Zahlen hat die AOK Rheinland/Hamburg Anfang des Jahres ausgewertet. „Die Entwicklung ist erfreulich. Sie beweist, dass sich mit gezielter Aufklärung und Information viel erreichen lässt. Es gilt nun, diesen Trend fortzusetzen, denn bei der Nutzung der Krebsvorsorge-Untersuchungen ist weiterhin Luft nach oben“, sagt Sabine Deutscher. Es sei wichtig, dass auch Männer ihre Gesundheit stärker in den Fokus nehmen. „Wir erkennen eine Diskrepanz zwischen den Geschlechtern: Frauen gehen häufiger und früher zur Vorsorge, bei Männern scheint dieses Thema oft ein Tabu zu sein.“ 

Zum Vergleich: Das Angebot zur Krebs-Früherkennung bei der Frau haben nach den Zahlen der AOK Rheinland/Hamburg im Jahr 2024 35,7 Prozent der Versicherten angenommen – also mehr als jede dritte Frau.

Seltene Krebsarten

Anlässlich des Weltkrebstags hat Sabine Deutscher außerdem darauf hingewiesen, den Fokus nicht nur auf die weit verbreiteten Krebsarten zu richten: „Bauchspeicheldrüsen- oder Leberkrebs sowie andere seltenere Krebsarten wie der Brustkrebs beim Mann werden oft erst spät erkannt. Es ist wichtig, auch diesen Erkrankungen Aufmerksamkeit zu schenken, intensiv zu forschen und die frühe Diagnostik weiter zu fördern.“