Rugbyangebot gewinnt Inklusionspreis
Werner-Otto-Preis prämiert auch 2026 wieder Projekte im Hamburger Behindertensport
Der Verein Autismus Hamburg ist Gewinner des diesjährigen Werner-Otto-Preises.

Ausgezeichnet wurde der Verein für sein Rugbyangebot für autistische Kinder. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 15 000 Euro verbunden. Die Preisverleihung fand bei einem Senatsempfangs mit Sportsenator Andy Grote sowie rund 120 Gästen im Hamburger Rathaus statt.
Preisgelder von jeweils 5000 Euro erhielten der Verein Brücken für Kinder für seinen „HafenCity-Run inklusive“, der SV Eidelstedt für das inklusive Schwimmangebot für Kinder und Jugendliche sowie der SC Poppenbüttel für seine Gehschule für beinamputierte Menschen. Die Auswahl erfolgte durch eine Jury, der unter anderem die Paralympic-Siegerinnen Edina Müller und Dorothee Vieth angehörten.
Großes Engagement
„Die Bewerbungen sind Ausdruck der Vielfalt der Sportangebote in unserer Stadt und des großen Engagements der Vereine für Inklusion“, sagte Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Sportstiftung, bei der Preisverleihung. Jedes einzelne Angebot trage zur Teilnahme und Teilhabe bei.
„Wir haben uns mit der Olympia-Bewerbung das Ziel gesetzt, Hamburg zur barriereärmsten Metropole Deutschlands zu machen und allen Menschen einen leichten Zugang zu Sport und Bewegung zu ermöglichen“, betonte Sportsenator Andy Grote. „Das enorme Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger zeigt, wie wir mit Sport und Bewegung Hürden abbauen und durch Begegnung Verbindung schaffen. Mit diesem Spirit machen wir auch Olympia zu einer Chance für alle Menschen in unserer Stadt.“
Das Angebot „Rugby für autistische Kinder“ richtet sich an Kinder mit Autismus zwischen acht und zwölf Jahren, die darüber einen spielerischen und spaßorientierten Einstieg in den Rugbysport finden möchten. Viele der Kinder können dabei zum ersten Mal Gruppenerfahrungen ohne Angst, Ausschluss und Mobbing erleben. Ein klar strukturierter Trainingsablauf soll den Teilnehmenden Sicherheit, Orientierung und Selbstvertrauen geben. Das Preisgeld dient zur Sicherung der Trainingsgruppe und Gründung einer zweiten.
Brücken für Kinder motiviert Menschen mit mentaler Beeinträchtigung auf niedrigschwellige Weise zur Teilnahme am „HafenCity Run“. Dabei geht es um das Gemeinschaftserlebnis: Gelaufen wird in kleinen Gruppen ohne Zeitmessung auf einer barrierefreien Strecke. Alle sollen Anerkennung und Wertschätzung erhalten. In diesem Jahr ist eine Erweiterung auf 1200 aktive Menschen mit Beeinträchtigung geplant.
Inklusives Schwimmen
Das inklusive Schwimmangebot des SV Eidelstedt will Menschen mit und ohne Beeinträchtigung und mit unterschiedlichen Fähigkeiten zusammenbringen. In sechs Schwimmgruppen, jede angeleitet von einem vierköpfigen Trainer- und Betreuerteam, lernen Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen im eigenen Tempo das Schwimmen.
Die Gehschule des SC Poppenbüttel begleitet Menschen mit Unter- oder Oberschenkelamputationen auf ihrem Weg zurück in den Alltag. Sie lernen nicht nur, mit der Prothese sicher zu gehen, zu stehen oder Treppen zu steigen, sondern wieder Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln und neue Lebensperspektiven zu entdecken. Im wöchentlichen Training werden Bewegungsabläufe schrittweise neu aufgebaut. Das Angebot soll den Weg zurück in den Sport ebnen. Viele Teilnehmende finden dabei erstmals wieder Spaß an der Bewegung.