Sport schafft mehr Teilhabe und Fitness
Der Werner-Otto-Preis prämiert auch in diesem Jahr besondere Vereinsangebote
Die Rollstuhlsportinitiative aus Hamburg „Sit‘ ´n´ Skate” hat in diesem Jahr nicht nur beim Inklusionpreis der Hansestadt den Innovationspreis erhalten, sondern ist auch der Gewinner des diesjährigen Werner-Otto-Preises, der von der Alexander-Otto-Sportstiftung für den Hamburger Behindertensport ausgelobt wird.
Ausgezeichnet wurde der gemeinnützige Träger für sein umfassendes Sportangebot insbesondere für rollstuhlfahrende Kinder und Jugendliche mit einem Preisgeld von 15.000 Euro. Bei der Preisverleihung im Hamburger Rathaus waren auch die weiteren Gewinner dabei: die „Golferbande“ des Eimsbütteler TV (ETV), „Du kämpfst“ vom Hamburger Boxverband und der Verein „Op de Wisch“. Alle drei erhielten jeweils 5000 Euro und wurden von Sportsenator Andy Grote ausgezeichnet. Die Auswahl erfolgte durch eine Jury, der unter anderem die Paralympic-Siegerinnen Edina Müller und Dorothee Vieth angehörten.
„Als Active City sind wir nur dann komplett, wenn wir alle Hamburgerinnen und Hamburger mit Sport erreichen und alle Hürden beiseite räumen“, sagte Grote und lobte die Arbeit der Alexander-Otto-Sportstiftung, die seit 2011 diesen Preis für Projekte im Behindertensport in Hamburg vergibt. Dotiert ist er jährlich mit 30.000 Euro. Ein Teil des Preisgeldes stammt von Peter Merck, dem Inhaber der Hamburger Golf Lounge.
„Die Bewerbungen veranschaulichen die Vielfalt im Hamburger Inklusionssport“, erklärte Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. Dazu trage auch der diesjährige Gewinner des ersten Preises mit seinen Kursen und Programmen bei, die bei rollstuhlfahrenden Kids Lust am Sport wecken und sie auf den Umgang mit alltäglichen Herausforderungen vorbereiten. „Ich danke allen Menschen, die sich für den Inklusionssport engagieren und damit für gesellschaftliche Teilhabe und körperliche Fitness sorgen.“
Sit‘n‘Skate
Die Hamburger Rollstuhlsportinitiative richtet sich mit ihrem Sportangebot vor allem an Kinder und Jugendliche mit körperlichen Beeinträchtigungen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Zum Angebot zählen beispielsweise die „SummerDays“, die immer in den Sommerferien stattfinden. In drei Tagen wird den jungen Menschen ein Mix aus Sport- und Bewegungsmöglichkeiten sowie kulturellen Aktivitäten geboten, darunter Fahrten mit dem Kanu und Rolli-SUPs, Handbiken und Boxen. Das Ferienprogramm ermöglicht es den Kindern, sich in unterschiedlichen Sportarten auszuprobieren. Damit soll ihre Rollstuhlkompetenz verbessert und ihr Selbstvertrauen und ihre Eigenständigkeit gestärkt werden. Gleichzeitig können sie neue Freunde finden und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Golferbande
Beim ETV gibt es eine eigene Gruppe, in der Menschen mit Down-Syndrom mitspielen. Dort treffen sich Anfänger und erfahrene Spieler, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung und unterschiedlichen Alters wöchentlich zum Golf. Sie erhalten ein spezielles Golftraining, das auf die Bedürfnisse aller abgestimmt ist. Training und Spiel sollen die Fitness und die Selbstständigkeit verbessern sowie Erfolgserlebnisse schaffen. Über den Sport können soziale Kontakte über Alters- und Leistungsgrenzen hinweg entstehen. Ziel der Gruppe ist die Teilnahme an den Special Olympics 2026.

Du kämpfst
Mit ihrem speziellen Boxangebot zeigt die Initiatorin und Boxweltmeisterin Dilar Kisikyol, wie Sport neue Wege im Umgang mit Krankheiten ebnen kann. Das wöchentliche Boxtraining bietet Parkinson-Patienten mehr als nur körperliche Betätigung. Mit gezielten Übungen werden Koordination, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit gestärkt. Damit werden die Konzentrationsfähigkeit und mentale Stärke verbessert. Das Training erhöht die Lebensqualität der Teilnehmenden und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Darüber hinaus schafft das Training Raum für sozialen Austausch, gegenseitiges Inspirieren und Ermutigen. Mit ihrer Expertise als Sozialpädagogin und Leidenschaft als Profisportlerin hat Kisikyol beim Hamburger Boxverband nicht nur eine therapeutische Methode etabliert, sondern auch gezeigt, wie Sport und Gemeinschaft heilend wirken können.

Op de Wisch
Seit über 30 Jahren engagiert sich der Verein Opkurz fürOperation de Wisch in der sozialpsychiatrischen Versorgung in Hamburg. Seine Einzel- und Gruppenangebote an fünf Standorten in der Hansestadt nutzen jeweils bis zu 100 Menschen mit seelischen Belastungen, aber auch geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen. Das wöchentliche Sportangebot ist niedrigschwellig und hilft, gesellschaftliche Isolation zu überwinden und aktiv am Leben teil zu haben. Einige haben darüber den Schritt in andere Sportvereine geschafft.
