Antragsverfahren

Das Versorgungsamt stellt nach dem Neunten Buch Sozialgesetzbuch (SGBkurz fürSozialgesetzbuch IX) auf Antrag das Vorliegen einer Behinderung, den GdBkurz fürGrad der Behinderung sowie sonstige gesundheitliche Merkmale für die Inanspruchnahme von Leistungen und sonstigen Hilfen fest. Dieser Feststellungsantrag nach dem SGBkurz fürSozialgesetzbuch IX gilt nicht gleichzeitig als Antrag auf Gewährung von Leistungen und sonstigen Hilfen wie zum Beispiel für das Blindengeld, das Wohngeld, die Steuerfreibeträge, die Rundfunkgebührenermäßigung oder -befreiung und den Telefon-Sozialtarif. Denn jede Leistung muss bei der jeweils zuständigen Stelle gesondert beantragt werden.

Da Leistungen und sonstige Hilfen teilweise erst ab dem jeweiligen Antragsmonat gewährt werden, empfiehlt es sich, Anträge auf Leistungen und Hilfen zeitgleich mit dem Feststellungsantrag nach dem SGBkurz fürSozialgesetzbuch IX zu stellen. Nähere Auskünfte erteilt die für die Gewährung der Leistungen und sonstigen Hilfen jeweils zuständige Stelle.

Täuschend echt

Die Strafverfolgung ist schwierig, weil sich die Server der Webseiten oft im Ausland befinden und die einzelnen Fake-Shops nur relativ kurze Zeit online sind. Die Geldströme fließen häufig nicht direkt auf Konten der Kriminellen, vielmehr bedienen sich die Betrügerinnen und Betrüger sogenannter Finanzagenten, die die Gelder zum Teil über diverse Zahlungsdienstleister nahezu anonym weitertransferieren und somit Geldwäsche betreiben. Um bei Aktionstagen oder beim allgemeinen Einkauf im Internet nicht auf einen Fake-Shop hereinzufallen, lohnt es sich, vor einem Kauf den Shop genau unter die Lupe zu nehmen und dabei die folgenden Kriterien zu beachten.

Schwerhörigkeit ist eine Beeinträchtigung des Hörvermögens

Doch was passiert, wenn die Schwerhörigkeit nicht durch ein Hörgerät ausgeglichen wird? Dann erhalten die für bestimmte Frequenzen und Lautstärken zuständigen Nervenzellen der Hörbahn und Hörrinde im Gehirn keine Impulse mehr. Sie schalten ihre Verbindung zu benachbarten Zellen ab. Diesen Vorgang bezeichnet man als Hörbahn-Degeneration. Fehlen zunehmend Frequenzen, muss man auf wichtige Unterscheidungsmerkmale verzichten, wie zum Beispiel feine, hohe Obertöne. „Es wird immer schwieriger, sogenannten Nutzschall aus den Umgebungsgeräuschen herauszufiltern“, sagt Dr. Cornelius Erbe, Arzt und Leiter des Versorgungsmanagements der Handelskrankenkasse (HKK).

Schwerhörigkeit, medizinisch als Hypakusis bekannt, ist eine Beeinträchtigung des Hörvermögens. Dies kann von leichten Einschränkungen bis hin zum vollständigen Hörverlust reichen. Die Diagnose erfolgt durch spezielle Hörtests, welche die individuelle Hörschwelle in Frequenzen und Dezibel messen. Dr. Erbe empfiehlt bei Hörminderung regelmäßige Tests, „besonders bei Personen über 50 Jahren, um eine frühzeitige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen.“

Nachweis

Der Schwerbehindertenausweis dient dem Nachweis der Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch und für die Inanspruchnahme von Leistungen und sonstigen Hilfen, die schwerbehinderten Menschen nach dem SGBkurz fürSozialgesetzbuch IX oder nach anderen Vorschriften zustehen. Der Schwerbehindertenausweis kann ausgestellt werden, wenn der GdBkurz fürGrad der Behinderung wenigstens 50 beträgt. Menschen mit Behinderungen, deren GdBkurz fürGrad der Behinderung auf weniger als 50 festgestellt ist, können keinen Ausweis erhalten (Ausnahmen in Teil 2 dieser Serie).

Auskünfte erteilt das Versorgungsamt Hamburg Adolph-Schönfelder-Str. 5, 22083 Hamburg (U-Hamburger Straße). Sprechzeiten: Nach Vereinbarung mit dem zuständigen Team. Telefonische Auskünfte über den Hamburg Service unter der Telefonnummer (0 40) 115. Mehr unter Externer Link:www.hamburg.de/versorgungsamt

Achten Sie auf die Sprache!

Immer noch haben zahlreiche Fake-Shops ein Problem mit der deutschen Sprache. Übersetzungsprogramme sind zwar inzwischen besser geworden, jedoch wird die Qualität auf den weiteren Unterseiten im Shop vernachlässigt, wie zum Beispiel die AGB, die in schlechtem Deutsch oder in einer anderen Sprache verfasst sind.

Arten und Ursachen

In der Medizin werden hauptsächlich drei Arten von Schwerhörigkeit unterschieden: Schallempfindungs-, Schallleitungs- und Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit. Jede Form hat spezifische Ursachen und erfordert eine individuelle Behandlungsstrategie. Bei Letzterer beispielsweise tritt das Problem erst im Gehirn auf. Die Schallwellen werden vom Ohr zwar richtig aufgenommen und weitergeleitet, doch das Gehirn kann die Töne nicht korrekt identifizieren und zuordnen.

Die Zeit der klobigen Hörgeräte, die hinter dem Ohr sitzen und in einem orthopädischen Beige oder grau daherkommen, ist vorbei. Heute gibt es Hilfsmittel, die aussehen wie kleine Earpods. Sie sind bunt, verschwinden fast vollständig im Gehörgang und haben zahlreiche Zusatzfunktionen. Zum Beispiel lassen sie sich mit dem Handy koppeln und können Anrufe übertragen – oder auch den Ton des Fernsehers. Per App kann man bei unterschiedlichen Hörumgebungen einfach umstellen. Die Mikrofone der Hörgeräte lassen sich je nach Geräteklasse sogar einzeln ansteuern, um zum Beispiel nur in eine Richtung zu hören.

Trotz des wachsenden Bewusstseins für Schwerhörigkeit gibt es immer noch ein Stigma rund um das Tragen von Hörgeräten. „Dies gilt es abzubauen und die Akzeptanz von Hörhilfen als normale und notwendige medizinische Geräte zu fördern. Die Früherkennung und rechtzeitige Behandlung von Hörminderungen können entscheidend dazu beitragen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern“, betont Dr. Erbe. 

Wohnsitz

Feststellungsansprüche nach dem SGBkurz fürSozialgesetzbuch IX entfallen grundsätzlich, wenn der Wohnsitz nicht mehr in Deutschland ist.

Prüfen Sie das Impressum!

Nutzen Sie Suchmaschinen wie Google, um mehr über den Firmennamen, die Personen, Adresse oder Telefonnummer in Erfahrung zu bringen. Zudem finden Sie vielleicht auch Warnmeldungen anderer Käuferinnen oder Käufer, offizieller Stellen wie Polizei oder Verbraucherzentralen und Gütesiegelbetreiber. Auch Kartendienste (inklusive Street View) können eine erste Einschätzung ermöglichen. Wurde ein echter Online-Shop von den Tatverdächtigen kopiert und unter ähnlicher Webadresse ins Netz gestellt, kann es sein, dass man durch die Suche auch die echte Webseite des Anbieters entdeckt, auf denen bereits vor diesen Fake-Shops gewarnt wird. Vereinzelt informieren auch Hersteller selbst über seriöse Anbieter oder gefälschte Seiten.

Rehabilitation

Die medizinische Rehabilitation wird in der Regel von den Krankenkassen und den Trägern der Rentenversicherung, die berufliche Rehabilitation (einschließlich Kuren) von den Trägern der Rentenversicherung oder der Agentur für Arbeit (keine Kuren) gewährt.

Auskünfte über Rehabilitationsmöglichkeiten und eine neutrale, trägerübergreifende Beratung für sämtliche Krankenkassen erhalten Interessierte bei den gemeinsamen Servicestellen für Rehabilitation in der Steinstraße 27 (Gebäude der TK), in der Sachsenstraße 18 (Gebäude der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft), und am Millerntorplatz 1 (Gebäude der DRVkurz fürDeutsche Rentenversicherung-Nord). Infos zu den Öffnungszeiten unter Externer Link:www.reha-servicestellen.de

Prüfen Sie Handelsregisternummer und Umsatzsteuer-ID!

Auf Externer Link:www.handelsregister.de kann zumindest kostenfrei die Existenz einer angegebenen Nummer geprüft werden. Konkrete Angaben jedoch können gegebenenfalls nur gegen Gebühr abgerufen werden. Ist die Nummer nicht vergeben, so ist dies ein Indiz für eine mögliche Fälschung. Gleiches gilt für die Umsatzsteuer-ID, die zumindest auf Externer Link:https://ust-id-pruefen.de/ auf ihre Gültigkeit geprüft werden kann. Doch Vorsicht: Positive Ergebnisse bedeuten nicht, dass der Shop auch echt ist. Betrügerinnen und Betrüger missbrauchen gern solche Angaben von echten Seiten.

Weitere Auskunft- und Beratungsstellen

Fachamt Eingliederungshilfe, Sozialpädagogischer Fachdienst, Kurt-Schumacher-Allee 4, Telefon (0 40) 4 28 81 91 00 (Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen oder Beratung für Hörgeschädigte)

Beratungszentrum Sehen – Hören – Bewegen – Sprechen, Landesärzte für Blinde und Seh-, Körper-, Hör- und Sprachbehinderte, Eppendorfer Landstraße 59, Telefon (0 40) 4 28 04 25 45, Externer Link:www.hamburg.de/hamburg-nord/beratungszentrum-sehen-hoeren-bewegen-sprechen/

Deutsche Rentenversicherung Bund (früher BfA), Millerntorplatz 1, Telefon (0 40) 34 89 12 50 60, Externer Link:www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

Deutsche Rentenversicherung Nord (früher LVA), Friedrich-Ebert-Damm 245, Telefon (0 40) 5 30 02 50 00, Externer Link:www.deutsche-rentenversicherung-nord.de

Agentur für Arbeit Hamburg, Kurt-Schumacher-Allee 16, Telefon (0 40) 2 48 50 (Zentrale) und die Geschäftsstellen in den Bezirken, Externer Link:www.arbeitsagentur.de

Integrationsamt Hamburg, Hamburger Straße 47, Telefon (0 40) 4 28 63 39 53, E-Mail integrationsamt@soziales.hamburg.de, Externer Link:www.hamburg.de/integrationsamt

Integrationsfachdienst Hamburg, Sachsenfeld 2, Telefon (0 40) 38 90 45 20, E-Mail info@ifd-hamburg.de, Externer Link:www.ifd-hamburg.de

Rufen Sie einfach mal an!

Ist auf der Webseite eine Rufnummer vergeben, fragen Sie telefonisch nach. Viele Fake-Shops erfinden Telefonnummern, die ins Leere führen. Vielleicht finden Sie in Online-Telefonbüchern oder mittels Suchmaschine weitere Rufnummern für eine Kontaktaufnahme.

Mehr Infos

Der „Ratgeber für Menschen mit Behinderung“ gibt umfassend Auskunft über alle Leistungen und Hilfestellungen, auf die Menschen mit Behinderung Anspruch haben. Bezugsquelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Bestellcenter, Mohrenstraße 62, 10117 Berlin, Telefon (0 30) 2 21 91 10 06 (Bürgertelefon zum Schwerbehindertenrecht), Externer Link:www.bmas.bund.de

Menschen mit Behinderung können die ihnen zustehenden Rechte und Hilfen häufig nur dann nutzen, wenn sie die Eigenschaft als schwerbehinderter Mensch und weitere Voraussetzungen durch einen Schwerbehindertenausweis nachweisen; Infos dazu in der Broschüre „Behinderung und Ausweis“. Für die einzelnen Nachteilsausgleiche müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden – welche, erklärt der Ratgeber „Nachteilsausgleiche“. Bezugsquelle jeweils: Integrationsamt Hamburg, Hamburger Straße 47, Telefon (0 40) 4 8 63-36 48/-28 59/-28 5, Externer Link:www.hamburg.de/integrationsamt

Lassen Sie sich nicht vom „s“ in https blenden!

Das „s“ steht lediglich für eine verschlüsselte Verbindung. Die von Ihnen eingegebenen Kundendaten werden sicher übertragen. Vor vielen Jahren waren die entsprechenden Zertifikate nur mit viel Aufwand und Prüfung zu bekommen. Mittlerweile werden diese auch kostenfrei und ohne Prüfung angeboten.

Vorsicht bei Vorkasse!

Suggeriert der Shop mit zahlreichen Logos verschiedene Zahlungsarten und bleibt am Ende des Bestellvorgangs aber nur die Option Vorkasse, womöglich auf ein Bankkonto im Ausland, übrig, dann sollten Sie das Geld an einen unbekannten Verkäufer nicht überweisen.

Mitglied werden

Passt die Webadresse zum verkauften Produkt?

Immer wieder reaktivieren die Tatverdächtigen alte, bereits von anderen Inhabenden gekündigte Domainnamen, um in Suchmaschinen besser gefunden zu werden. Verkauft zum Beispiel. eine Webseite, deren Adresse ein Restaurant oder Architekturbüro vermuten lässt, plötzlich Damenhandtaschen oder Elektronik-Artikel, ist Wachsamkeit geboten! 

Serie zum SGB IX

Drei Männer, davon einer im Rollstuhl, sitzen an einem Tisch und führen ein Gespräch.
Kategorie VdK-Zeitung Tipp Sozialrecht Schwerbehinderung

Arbeitsleben, Urlaub und Rente: Leistungen und Hilfen für schwerbehinderte Menschen in Hamburg

Serie zum SGB IX: Teil 2

Schwerbehinderte Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdBkurz fürGrad der Behinderung) von 50 und mehr und Menschen mit Behinderungen mit einem GdBkurz fürGrad der Behinderung von weniger als 50 können eine Reihe von Leistungen und sonstigen Hilfen zum Ausgleich…

Die Serie umfasst folgende Artikel:

Teil 1: Allgemeine Infos und Rehabilitation (siehe VdK-Zeitung Mai 2024)

Teil 2: Arbeitsleben, Urlaub und Rente (siehe VdK-Zeitung Juni 2024)

Teil 3: Mobil im Alltag und auf Reisen 

Teil 4: Wohnen und andere Leistungen

Machen Sie die Gegenkontrolle bei Gütesiegeln!

Die Kriminellen nutzen gern erfundene Gütesiegel und Kundenbewertungen. Immer wieder werden auch echte Logos widerrechtlich auf den Webseiten dargestellt. Ist ein Logo vorhanden, so sollte man es anklicken, um zur echten Seite des Anbieters weitergeleitet zu werden und das aktuelle Zertifikat gegenprüfen zu können. Ein weiteres Indiz für einen Fake-Shop: gefälschte Kundenbewertungen und –Meinungen. Sich allein auf die ausschließlich positiven Bewertungen innerhalb eines Shops zu verlassen, ist gefährlich.

Scheinbar seriös

Das Schnäppchen und die Verfügbarkeit locken in die Falle. Professionelle Fake-Shops ködern Konsumierende nicht zwingend mit preislich besonders attraktiven Angeboten, sondern auch mit Waren zu normalen Preisen, um den Anschein eines seriösen Shops zu wahren. Dazu werden gerne Produkte angeboten, die scheinbar in anderen Online-Shops vergriffen sind, für die es zeitlich begrenzte Rabatte mit Countdown oder kurzfristige Liefermöglichkeiten gibt. 

Psychische Belastung

Schätzungen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zufolge sind circa 100.000 Menschen unter 65 von einer Demenz betroffen. Doch für jüngere Menschen mit Demenz gibt es bisher wenige bis keine Angebote. Auch institutionalisierte Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten fehlen. 

Erkrankt ein Familienmitglied an einer Demenz ist immer das gesamte Familiensystem erschüttert. Die psychische Belastung der Partnerin oder des Partners ist häufig aufgrund der Mehrfach-Belastung hoch: eigene Berufstätigkeit, Rollenveränderungen, Verlusterfahrungen, veränderte Lebenspläne und finanzielle Belastungen.

Ein besonderes Augenmerk gilt den Kindern und jungen Erwachsenen, die man als Young Carer bezeichnet. Ein Begriff, der weniger den Pflegeaspekt als das „to care“ im Sinne des sich Sorgens herausstellt. Während sich der Fokus in der Familie verständlicherweise stark auf die erkrankte Person konzentriert, können die jungen Familienangehörigen leicht aus dem Fokus geraten. Was bedeutet es für junge Menschen, wenn ein Elternteil erkrankt? Gerade bei jungen Menschen stellt sich die Frage, ob sich Pflege- und Unterstützungsaufgaben mit den anderen An- und Herausforderungen des Lebens und mit den alterstypischen Entwicklungsaufgaben in ihrer biografischen Situation vereinbaren lassen.

Generalistische Pflegeausbildung

Der neue Lernort ist Ergebnis einer Kooperation des Hamburger Instituts für Berufliche Bildung (HIBB) und des BG Klinikums Hamburg gGmbH (BGKH). Zusätzlich sollen weitere Praxiseinrichtungen in Bergedorf und Umgebung durch das neue Schulzentrum für die Pflegeausbildung gewonnen werden. Interessierte Einrichtungen können sich direkt an die BS 07 wenden.

„Kompetentes Fachpersonal in der Pflege ist für unsere Gesellschaft unverzichtbar“, betont Schulsenatorin Ksenija Bekeris. „Umso mehr ist dieser neue Ausbildungsstandort Bergedorf für alle Beteiligten und für Hamburg ein echter Gewinn. Sowohl das HIBB, als auch das BG Klinikum werden zukünftig noch mehr junge Menschen in der Pflege ausbilden und das in modernsten Räumlichkeiten, die an der BS 07 entstehen. Außerdem eröffnet der Standort neue Ausbildungsanreize für Unternehmen im Bereich der Pflege, auch im Osten Hamburgs.“

Im Schuljahr 2022/23 befanden sich insgesamt 3309 Schülerinnen und Schüler in der Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Als Pflegeschulen stehen dafür derzeit eine staatliche Pflegeschule, das ist die Berufliche Schule Burgstraße (BS 12), sowie elf Bildungseinrichtungen in privater Trägerschaft zur Verfügung. Auch weiterhin herrscht ein großer Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Pflege. Um dieser Situation gerecht zu werden, strebt das HIBB einen Ausbau der Ausbildungskapazitäten an.

VdK Hamburg ist Mitglied

Der Sozialverband VdK Hamburg gehört als eine von 400 gemeinnützigen Mitgliedsorganisationen zum Paritätischen Hamburg. Dieser berät und begleitet als Dachverband seine Mitglieder fachlich, vertritt ihre Interessen gegenüber Politik und Kostenträgern und setzt sich für eine angemessene Finanzierung sozialer Arbeit sowie gute Rahmenbedingungen ein.

Mit weit über 1000 sozialen Diensten und Einrichtungen, in denen rund 25 000 hauptamtliche und viele tausend ehrenamtliche Mitarbeitende tätig sind, bieten diese Mitgliedsorganisationen soziale Dienstleistungen für Kinder, Jugendliche, Menschen mit Migrationsgeschichte, Obdach- und Wohnungslose, Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Behinderung und andere an, die Unterstützung brauchen.

Das Bild zeigt junge Menschen mit Demenzerkrankung beim Lachyoga.
Das Freizeitangebot des Projekts heißt „Hamburg mal Anders“; es schafft gemeinsame Erlebnisse und fördert die Resilienz – wie hier mit Lachyoga. © AGH

Schneller Aufbau

Am neuen Standort wird zunächst eine Klasse mit 25 bis 30 Auszubildenden eingeschult und der Standort anschließend halbjährlich erweitert. Die Schülerinnen und Schüler des HIBB werden auch am neuen Standort in Bergedorf dual gemeinsam mit den jeweiligen Praxispartnern ausgebildet. Zusätzlich werden 75 Schülerinnen und Schüler der Pflegeschule des BGKH an die BS 07 wechseln. Diese Zahl soll bis Februar 2025 auf 100 erhöht werden. 

Starker Partner

„Der Paritätische Hamburg ist einer der größten Verbände unserer Stadt. Er ist ein starker Partner für Menschen, die in schwierigen persönlichen Lebenslagen auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind. Im Namen des Senats danke ich allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Paritätischen Hamburg für ihre engagierte Arbeit“, sagte der Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher beim Senatsempfang.

„Hamburg ist einerseits eine reiche Stadt, andererseits gibt es viele Menschen, die Hilfe brauchen. Das war vor 100 Jahren so und wird sich in Zukunft vermutlich nicht ändern“, betonte Kristin Alheit, Geschäftsführende Vorständin des Verbandes, anlässlich des Jubiläums. „Die Stadt steht vor großen Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, der Klimakrise, dem Fachkräftemangel, leeren öffentlichen Kassen, wachsender Armut, den Folgen zunehmender Fluchtbewegungen und sozialen Spannungen. Wir müssen als Gesellschaft zusammenstehen und solidarische, gerechte und soziale Lösungen finden, die alle mitnehmen. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern haben wir in den vergangenen 100 Jahren schon viel erreicht und Hamburg sozialer gemacht. Dafür stehen wir auch in Zukunft.“

1924 wurde in Frankfurt der Paritätische als fünfter Wohlfahrtsverband im Deutschen Reich von freien Trägern gegründet. In Hamburg waren die ersten Mitglieder Kindergärten, Genesungsheime, Krankenhäuser sowie Schul- und Ferienheime. 1934 wurde der Verband, wie auch andere Organisationen, in die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt eingegliedert, was seine faktische Auflösung bedeutete. Nach dem Krieg, 1948, wurde er in Hamburg von zunächst zehn Mitgliedern wiedergegründet. Standen anfangs vor allem Opfer des Krieges im Vordergrund der sozialen Arbeit, entwickelten sich ab den 1960er-Jahren neue Angebote. So führte der Verband 1963 parallel zu anderen Paritätischen Landesverbänden erstmalig Essen auf Rädern ein. Durch Elterninitiativen und Kinderläden entstanden neue Formen der Kinderbetreuung. Und gesundheitliche Selbsthilfeorganisationen sorgten für mehr Vernetzung sowie Selbstermächtigung für Patientinnen und Patienten. Aus beiden Bereichen hat der Verband viele Mitglieder. Seit 20 Jahren ist er Träger von KISS Hamburg, den Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen. Auch bei den Themen Armut, Migration, Teilhabe engagiert sich der Verband. 

Informationen zu weiteren Veranstaltungen im Jubiläumsjahr und eine Chronik unter

Externer Link:www.wir-machen-hamburg-sozialer.de

Beratung und Begleitung

Um all diese Aspekte zu vereinen und für Menschen mit Demenz und ihre Familien Ansprechpartner sein zu können, entstand in der Alzheimer Gesellschaft Hamburg (AGH) das Projekt „Ankerpunkt Junge Demenz“. Dort werden Menschen mit einer präsenilen Demenz oder Frontotemporale Demenz (FTD) und deren Angehörige seit 2021 beraten und begleitet. Das Projekt wird von der Deutschen Fernsehlotterie bis April 2026 gefördert. 

Bisher sind die Mitarbeiter des Projekts mit über 190 Familien in über 630 Gesprächen von Beginn bis Ende der Erkrankung in Kontakt getreten. Ziel ist dabei immer, individuell auf die Bedarfe der Erkrankten und Angehörigen einzugehen und sie dabei zu unterstützen, zuversichtlich und gestärkt mit der Erkrankung zu leben und umzugehen. Dafür wurden Angebote in der Selbsthilfe geschaffen. Es gibt Schulungen und Aufklärung zu präseniler Demenz und seltenen Demenzformen. Außerdem wurde ein Netzwerk aufgebaut, das belastbar für die Zielgruppe eintreten und sie unterstützen kann.

Im Laufe des Projektes sind unterschiedliche Selbsthilfe-Gruppen für Angehörige und Betroffene entstanden, FTD-Kurse für Angehörige und auch ein Freizeitangebot. In diesen Gruppen werden Betroffene motiviert, wichtige Themen anzusprechen, selbstbestimmt zu leben und das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Zudem unterstützt das Projekt Betroffene in ihrem Wunsch, möglichst lange im Beruf zu bleiben. 

Ergänzt wird das Beratungs- und Unterstützungsangebot durch Vorträge, Schulungen, Fachtage, Newsletter, Netzwerk-Treffen und Runde Tische. 

Das Bild zeigt junge Menschen mit Demenzerkrankung beim Malen in einem Garten.
Beim Malen im Garten werden Erinnerungen wachgerufen und können neue Anknüpfungspunkte, aber auch Freundschaften entstehen. © AGH

Weitere Bausteine

„Entstigmatisierung ist uns ein Anliegen und wir versuchen durch Aufklärung bei den Behörden und anderen Trägern neue Möglichkeiten der Teilhabe und Unterstützung der Familien zu schaffen“, erklärt Stefanie Klinowski, eine der beiden Ansprechpartnerinnen für das Projekt. So erhielten Familien in Krisen enge Begleitung, berichtet sie. Zukünftig seien als neue Bausteine im Aufbau: Kurse für Erkrankte und Paare, die Gewinnung von Buddies für Alleinstehende sowie Angebote für Young Carer. 

Info

Zum Projekt „Ankerpunkt Junge Demenz“ der AGH können sich Interessierte weiter informieren und einen ersten Kontakt erhalten unter

- Telefon: (0 40) 88 14 17 70

- E-Mail: Externer Link:Ankerpunkt-junge-demenz@alzheimer-hamburg.de